Sitzplatz als Privileg – und der perfekte Bus
Neue Serie – Grazer stellen ihre Haltestelle vor. Zum Auftakt: Andrea Zangger.

- Neue Serie – Grazer stellen ihre Haltestelle vor. Zum Auftakt: Andrea Zangger. Foto: Woche Graz
Weißer Rauch über dem UKH – Schichtende für Andrea Zangger. Die Grazerin, die treue Zehner-Block-Besitzerin der Graz Linien ist, rührt in der Großküche der AUVA in den Kochtöpfen und bringt so die Schornsteine des Unfallkrankenhauses zum Qualmen – und, sie steht zum Auftakt im Mittelpunkt unserer neuen Serie.
Es ist Donnerstag, kurz nach 12 Uhr, Feierabend für die Küchenhilfe. Und ein richtiger Feierabend beginnt natürlich in der Straßenbahn. Zumindest an diesem Tag. „Ich fahr noch zu meinen Eltern, die wohnen in der Nähe vom Rosseggerhaus – deshalb nehm ich diesmal die Bim“, erzählt die 29-Jährige. Normalerweise setzt sie ja auf den 62er. „Das ist der perfekte Bus für mich – vor meiner Haustür steig ich ein und praktisch vorm Krankenhaus wieder aus.“
Weil’s aber eben öfters auch zur Frau Mama geht, hat der sympathische Rotschopf auch schon in Sachen „1er“ Routine. „Zu Mittag wird’s immer etwas eng, weil da auch die Schüler nach Hause wollen. Da ich im UKH einsteige, hab ich aber zumindest immer meinen Sitzplatz. Dann hau ich mir die Kopfhörer rein und krieg vom ganzen Wirbel ohnehin nix mehr mit“, verrät sie ihre Tricks gegen leicht nervende Mitfahrer.
Mitunter kann’s im „1er“ aber turbulent werden. „Einmal hat ein Autofahrer beim Bahnhof die Vorrangregel missachtet und ist in die Bim hineingekracht – alle haben geschaut. Es ist zum Glück aber niemandem etwas passiert.“
Am liebsten fährt Zangger übrigens in aller Herrgottsfrüh. „Wenn ich Früh-Dienst habe, nehme ich den Bus um 6.09 Uhr. Da ist wenig los und es ist herrlich ruhig. Das macht die Fahrt zur Arbeit erträglich“, lacht sie und steigt ein in Richtung Roseggerhaus.