Holding investiert Millionen in Wasserversorgung

Die Holding Graz investiert in den Jahren 2025 bis 2028 rund 27 Millionen Euro in die Erneuerung einer zentralen Wassertransportleitung aus dem Grazer Süden. Mit dem Projekt wird die langfristige und zukunftssichere Versorgung der Grazer Bevölkerung mit hochwertigem Trinkwasser weiterhin gewährleistet. Im Jahr 2025 wurden bereits ca. 50% der gesamten Leitungen verlegt und in Betrieb genommen. Ende März starten die notwendigen Arbeiten in der Puntigamer Straße.
Die knapp sieben Kilometer lange Transportleitung (TL700) verbindet das Wasserwerk Feldkirchen mit dem Karlauergürtel im Grazer Stadtgebiet. Die bestehende Leitung wurde bereits 1950 errichtet und hat mehr als 70 Jahre hinweg zuverlässig ihren Dienst erfüllt. Nun erfolgt eine umfassende Modernisierung.
Rund 15 Prozent des täglichen Wasserbedarfs in Graz werden durch das Wasserwerk Feldkirchen gedeckt, zu Spitzenzeiten oder bei Störfällen sogar bis zu 50 Prozent. Entsprechend bedeutend ist die Transportleitung für die Versorgung der Grazer:innen mit Trinkwasser. Neben Feldkirchen sichern die Wasserwerke Friesach und Andritz sowie das Hochschwabgebiet die Trinkwasserversorgung der Stadt. Vom Norden her führt eine zweite große Transportleitung (TL900) nach Graz hinein.
100 Prozent Recycling bei den Rohren
Auf rund 1.300 Meter ist die neue Trassenführung ident mit der alten und kann daher die historische Leitung rückgebaut werden. Dabei fallen etwa 250 Tonnen altes Gussmaterial an. Dieses wird nicht entsorgt, sondern dem industriellen Wertstoffkreislauf wieder zugeführt. Die Aufbereitung übernimmt die Tiroler Rohre GmbH (TRM), die das Altmaterial von der Holding Graz erwirbt und recycelt.
Die neu verlegten Rohre werden von der Tiroler Rohre GmbH (TRM) geliefert und bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Material. Für ihre Herstellung wird ausschließlich wiederverwerteter Stahlschrott verwendet. Nach Ende ihrer Lebensdauer können auch diese Rohre erneut vollständig recycelt werden.
Abschnitt Puntigamer Straße
Im Zuge der Umsetzung der neuen Transportleitung wird in der Puntigamer Straße eine Versorgungsleitung (DN 300) als Verbindungsleitung zwischen der neuen Transportleitung und den bestehenden Versorgungsleitungen errichtet, um weiterhin die Wasserversorgung im Grazer Westen sicherzustellen. Parallel dazu errichtet die Energie Graz zwischen der Puntigamer Brücke und dem Kreuzungsbereich mit der Herrgottwiesgasse eine neue Fernwärmeleitung (DN 300) zur Versorgung des Bezirks Puntigam sowie des Gebiets Triester Straße-Süd.
Die Bauarbeiten für die beiden terminlich abgestimmten Projekte starten am 30. März und dauern bis 30. Oktober. Der Bauablauf erfolgt abschnittsweise. In dieser Zeit ist in der Puntigamer Straße nur jeweils eine Fahrspur in beiden Fahrtrichtungen befahrbar.
Beteiligungsstadtrat Manfred Eber: „Uns ist wichtig, dass sich die Grazerinnen und Grazer jederzeit auf ihre Wasserversorgung verlassen können. Wasserleitungen sind vielleicht kein Thema, über das man täglich nachdenkt, aber sie sind so etwas wie die Lebensadern unserer Stadt. Die Transportleitung aus Feldkirchen spielt hierbei eine zentrale Rolle, da 15% des Grazer Wassers über die Leitung in die Grazer Haushalte fließt, zu Spitzenzeiten sogar bis zu 50%.“
Holding Graz-CEO Gert Heigl: „Als kommunaler Dienstleister trägt die Holding Graz Verantwortung für die kritische Infrastruktur der Stadt. Dazu gehört insbesondere die sichere Versorgung mit Trinkwasser. Der kontinuierliche Ausbau, die laufende Wartung und Instandsetzung unserer Netze sind wesentliche Voraussetzungen, um auch in Zukunft höchste Versorgungsqualität sicherzustellen. Insgesamt investiert die Holding Graz in den Jahren 2025 bis 2028 rund 27 Millionen Euro in die Erneuerung der zentralen Wassertransportleitung im Grazer Süden.“
Holding Graz-Vorstandsdirektorin Alice Loidl: „Mit dem konsequenten Einsatz von Recyclingmaterial bei der Erneuerung der wichtigen Transportleitung setzen wir auch in der Wasserwirtschaft ein wichtiges Zeichen für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Sowohl beim Rückbau der alten Leitung als auch bei der Produktion der neuen Rohre wird der industrielle Kreislauf geschlossen. Ressourcenschonung und eine leistungsfähige Wasserinfrastruktur gehen in Graz Hand in Hand.“
Max Kloger, Geschäftsführer der Tiroler Rohre GmbH: „Als gebürtiger Steirer aus dem Hochschwabgebiet ist es mir eine Freude, dass wir mit der Holding Graz dieses nachhaltige Projekt begleiten dürfen. Kreislaufwirtschaft mit der Wiederverwertung von Alteisen betreibt die TRM seit rund 80 Jahren.“
Am Foto oben (v. l.): Gert Heigl, Alice Loidl, Manfred Eber und Max Kloger vor den neuen Rohren und jenen, die 70 Jahre lang im Einsatz waren.