Kampf gegen Plastik & Co. im Biomüll: ForscherInnen entwickelten sprechende Tonne

Bioabfall enthält immer mehr Plastik. Viele Menschen entsorgen ihren Bioabfall unwissend in Plastiksackerln. Der Plastikgehalt im Bioabfall macht die Behandlung immer schwieriger. Auch kompostierbare Bio-Plastiksackerl sind unerwünscht. Das zeigt eine Forschergruppe rund um die Montanuniversität Leoben. 

Zusammen mit etlichen ProjektpartnerInnen wie der Holding Graz Abfallwirtschaft präsentierte man nun "Tina", eine sprechende Biomülltonne, welche dem Plastik im Biomüll - im wahrsten Sinne - den Kampf ansagen soll.

Was das Problem ist:

Die Biotonne enthält leider immer mehr Stoffe, die da nicht hineingehören: Plastik, Verbunde (z.B. Tetrapack), Glas, Metall und auch Bio-Plastik. Die Mitarbeiter am Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft auf der Montanuniversität Leoben sortieren im Rahmen eines mehrjährigen Forschungsprojektes ausgewählte Abfallbehälter in Bioabfall und Störstoffe.

 

In Mehrparteienwohnhäusern ist das Problem am größten. Hier finden sich bis zu 8 % Fehlwürfe im Bioabfall, wie Untersuchungen aus Graz, Bruck an der Mur, Kapfenberg und Mürzzuschlag zeigen. Dabei ist Plastik mit einem Anteil von 90 % an allen gefundenen Störstoffen das größte Problem. Auch Bio-Plastik ist ein häufig falsch entsorgtes Material.

 

Leider gibt es viele Fehlinformationen darüber, dass Bio-Plastik in den Bioabfall entsorgt werden kann. Diese sind falsch. Auch Bio-Plastik stört. Auf der Kompostanlage muss jeder Störstoff aufwendig herausgeholt werden. Aber selbst mit Hilfe von modernsten Maschinen verbleibt ein Rest im daraus hergestellten Kompost. Wenn am Anfang schon zu viel drin ist, kann kein sauberer Kompost mehr hergestellt werden und der Bioabfall muss als Restabfall verbrannt werden.

Wer das Problem lösen will:

Im dafür ins Leben gerufenen Forschungsprojekt „DeSort“ untersuchen folgende Partner Methoden zur Verbesserung der Situation:

  • Poschacher Kompost in Kraubath/M
  • Binder+Co AG in Gleisdorf
  • Holding Graz Abfallwirtschaft in Graz
  • Servus Abfall GmbH in Graz
  • Abfallwirtschaftsverband Mürzverband in Kapfenberg
  • Montanuniversität Leoben. 

Wie das Problem gelöst werden soll:

Unter mehreren Methoden ist die innovativste die „Sprechende Biotonne Tina“ (Foto unten). Sie spielt für jede/n NutzerIn beim Öffnen des Deckels Botschaften ab, um einen Fehlwurf von Plastik in die Biotonne zu vermeiden. Über einen QR-Code kann auch mit "Tina" kommuniziert werden (Link: https://www.avaw-unileoben.at/de/forschungag_future_waste-sprechende_muelltonne).

 

Neben anderen Maßnahmen gegen Plastik im Bioabfall wird auch sie derzeit in Graz und im Mürztal erstmals erprobt. Ziel ist es, dass nur mehr Bioabfall in den Bioabfall kommt. Das dient dem Umweltschutz und spart Kosten für jeden Haushalt. 


Foto: Holding Graz/Hinterleitner

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