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Ma­ria­trost: Jetzt geht es in die Erde!

© Holding Graz/Foto Fischer

Mit einer traditionellen „Tunneltaufe“ hat am 27. Jänner in der Hilmteichstraße der Bau des neuen Speicherkanals Mariatrost offiziell begonnen. Die rund 10 Meter tiefe Startgrube wurde in den vergangenen Monaten errichtet – nun wurde über diese Öffnung die Vortriebsmaschine eingebracht, mit der die Tunnelarbeiten starten.

Nach Abschluss der Kanalbauarbeiten in der Hilmteichstraße steht dann der zweigleisige Ausbau der Linie 1 auf dem Bauprogramm. Der Kanal wird mit einem erstmals in dieser Form in Graz verwendeten System gebaut.

Microtunneling: Moderner unterirdischer Vortrieb

Der Speicherkanal wird im sogenannten „Microtunneling-Verfahren“ errichtet. Dabei fräst sich die Maschine unterirdisch durch den Boden, während gleichzeitig die Stahlbetonrohre nachgeschoben werden. Das ausgehobene Material wird verflüssigt, abtransportiert, im Baufeld entwässert und anschließend per LKW abgeführt.

Die Startgrube in der Hilmteichstraße ist etwa 6 Meter breit, 12 Meter lang und 10 Meter tief und dient sowohl zum Einbringen der Maschine als auch für den laufenden Einbau der Vortriebsrohre.

Der Bauablauf: 

Die Baustelle gliedert sich in mehrere Phasen:

Bis März:

  • Bohrung Richtung Süden: von der Bogenschießanlage bis zur Kreuzung Hilmgasse
  • Errichtung der Zielgrube Süd

März bis Mai:

  • Bohrung Richtung Norden: von der Bogenschießanlage bis zur Kreuzung Stenggstraße
  • Herstellung der Startgrube Nord
  • Bau von Begleitkanälen und Bauwerken im südlichen Abschnitt

Mai bis Ende August:

  • Errichtung aller Bauwerke und Begleitkanäle
  • Kanalbau in der Unteren Schönbrunngasse
  • Provisorische Wiederherstellung und Übergabe des Baufelds an das Projekt „Linie 1“

Ab September 2026 folgt der zweigleisige Ausbau der Straßenbahnlinie 1 durch die Graz Linien. Danach werden weitere Kanalanlagen errichtet und die Seitenstraßen fertiggestellt. Die Gesamtfertigstellung aller Maßnahmen ist für Mitte 2028 geplant.

Wichtige Infrastruktur für Mariatrost

Der neue Speicherkanal wird rund 700 Meter lang, verläuft unter den Straßenbahngleisen der Hilmteichstraße und liegt in 5 bis 10 Metern Tiefe. Mit einem Innendurchmesser von 2 Metern kann er künftig große Mengen an Mischwasser aufnehmen. Zusätzlich werden Kanalanschlüsse in der Stenggstraße, der Unteren Schönbrunngasse und der Hilmgasse angepasst sowie verschiedene Überlauf- und Drosselbauwerke neu errichtet oder umgebaut.

Mehr Schutz für Gewässer und Umwelt

Im Mariatrostertal bestehen zahlreiche Mischwasserkanäle. Bei Starkregen gelangen bislang Überlaufmengen regulär in den Mariatrosterbach. Das belastet die Wasserqualität und die Gewässerökologie.

Der neue Speicherkanal wird künftig einen großen Teil dieser Mischwässer aufnehmen und kontrolliert zur Kläranlage ableiten, wo sie gereinigt werden. Damit werden Einleitungen in den Bach deutlich reduziert und der Umweltschutz in Mariatrost nachhaltig verbessert.

Synergien mit dem zweigleisigen Ausbau der Linie 1

Die Errichtung des Speicherkanals ist nur während des zweigleisigen Ausbaus der Linie 1 möglich, da danach zu wenig Platz im Untergrund zur Verfügung steht. Durch die gemeinsame Planung können Bauzeiten optimiert und Eingriffe reduziert werden.

Statements dazu:

Vizebürgermeisterin Judith Schwentner: „Der Speicherkanal Mariatrost schützt unsere Bäche und verbessert die Wasserqualität in Graz nachhaltig. Diese Investition wird der Stadt und den Grazer:innen über Jahrzehnte zugutekommen. Mein Dank gilt allen Arbeiter:innen und Beteiligten, die dieses wichtige Projekt mit großem Einsatz umsetzen.“

Stadtrat Manfred Eber: „Der neue Speicherkanal wird die Wasserqualität und die Situation bei Starkregenereignissen nachhaltig verbessern und den Mariatrosterbach spürbar entlasten. Davon profitieren die Menschen in Mariatrost ebenso wie Natur und Umwelt. Mein Dank gilt allen, die an der Planung und Umsetzung dieses Projekts beteiligt sind.“

Holding-Graz-Vorständin Alice Loidl: „Mit der Tunneltaufe startet heute der nächste Abschnitt beim Bau des Speicherkanals Mariatrost. Mein Dank gilt dem gesamten Team der Holding Graz Wasserwirtschaft. Die Kolleg:innen haben in den letzten Monaten alle Vorarbeiten geleistet, sodass nun mit den Bohrarbeiten dieses wichtigen Infrastrukturprojekts für Graz begonnen werden kann.“

Foto oben (v.l.): Judith Schwentner, Christina Platzer (Projektleiterin des Speicherkanals Mariatrost und Tunnelpatin) und Manfred Eber.

Foto unten (v.l.): Maximilian Braumann (Firma Braumann = Bohrfirma), Bernhard Schilcher (Büro Lugitsch = Planung und örtliche Bauaufsicht), Hanno Wisiak (Bezirksvorsteher Geidorf), Erwin Wurzinger (Bezirksvorsteher Mariatrost), Kajetan Beutle (Spartenbereichsleiter Holding Graz Wasserwirtschaft), Judith Schwentner, Werner Pirkner (Abteilungsleiter Holding Graz Wasserwirtschaft), Manfred Eber sowie Christina Platzer & Michael Wresounig (Projektleiter:innen des Speicherkanals Mariatrost).

© Holding Graz/Foto Fischer