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Pho­to­vol­taik-Mas­ter­plan für das Haus Graz

Die Stadt Graz will – als erste Stadt Österreichs – klimaneutral werden. Wesentlicher Bestandteil zur Erreichung dieses Zieles ist die Errichtung von PV-Anlagen.

Solarpaneele in einer grünen Landschaft mit pinken Blumen.
© Symbolfoto: Unsplash/Andres Siimon

Der PV-Mas­ter­plan im Ü­ber­blick:

Die Stadt Graz hat als erste Stadt in Österreich einen umfassenden Klimaschutzplan entwickelt, mit dem Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden. Im März 2022 wurde dieser Klimaschutzplan einstimmig im Gemeinderat beschlossen, wobei die CO2-freie Stromerzeugung als zentrale Maßnahme zur Erreichung der Klimaziele identifiziert wurde. Die Ergebnisse des Klimaschutzplans bildeten die Basis für die Machbarkeitsstudie zur Umsetzung von städtischen Photovoltaik-Anlagen. Dieser „Photovoltaik Masterplan Haus Graz“ wurde im Februar 2024 ebenfalls einstimmig im Gemeinderat beschlossen. Er garantiert dem Haus Graz eine bessere Preisstabilität sowie eine höhere Planungssicherheit auf dem weiterhin stark volatil bleibenden Strommarkt. Darüber hinaus wird durch die Planung und die Installation der PV-Anlagen vor Ort der regionale Arbeitsmarkt gestärkt. Im ersten Umsetzungspaket von 2024 bis 2026 weist der PV-Masterplan Gesamtinvestitionskosten von rund 34 Millionen Euro aus.

Nach dem einstimmigen Grundsatzbeschluss zur Umsetzung des ersten Ausbaupakets werden die konkreten PV-Anlagen projektorientiert umgesetzt. Das bedeutet, dass alle erforderlichen Gutachten und die behördlichen Genehmigungen eingeholt, die Ausschreibungen geplant und durchgeführt werden sowie der Bau der Anlagen realisiert wird.

Rund ein Drittel des Strombedarfs bis 2027 abgedeckt

Im PV-Masterplan wurden für das Umsetzungspaket 2024 bis 2026 an insgesamt 50 Standorten Flächen ausgemacht, die sich zur Errichtung von PV-Anlagen eignen. Der Fokus in der Umsetzung des PV-Masterplans liegt klar auf Dachflächen und versiegelten Flächen: Neben vielen kleinen und mittleren Flächen auf Dächern werden zur Stromerzeugung auch große Photovoltaik-Aufdach-Anlagen an Objekten der Stadt Graz und der Holding Graz realisiert. Der überwiegende Großteil im Masterplan, nämlich 94 Prozent, betrifft PV-Anlagen auf Dächern.

Um das Ziel des PV-Masterplans zu erreichen, im ersten Umsetzungspaket rund ein Drittel des Eigenstrombedarfs im Haus Graz abzudecken, sind auch Freiflächen notwendig: Hierfür wurden Flächen der Wasserwirtschaft sowie am Flughafen Graz geprüft und berücksichtigt. Insbesondere bei den Freiflächen wird auf eine möglichst naturverträgliche Ausgestaltung zum Erhalt bzw. zur Stärkung der Biodiversität geachtet. Für die Freiflächen-PV-Anlagen sind derzeit Naturschutzgutachten in Arbeit, gefolgt von einer strategischen Umweltprüfung und dem anschließenden Genehmigungsverfahren. Außerdem werden Anliegen der Bevölkerung bei der konkreten Ausgestaltung der PV-Anlagen bestmöglich berücksichtigt.

Insgesamt weist der PV-Masterplan im ersten Umsetzungspaket rund 50 Dachflächen, darunter das Parkhausdeck am Graz Airport, die Dachflächen der Messe, 2 Freiflächen und eine Großanlage am Airport Graz aus.

Die PV-Anlage am Standort Flughafen ist mit einem leistungsmäßigen Anteil von mehr als 50 Prozent die größte Einzelmaßnahme des Masterplans der Stadt Graz. Auf einer Grundstücksfläche von rund 17,5 ha soll im Rahmen einer ersten Ausbaustufe eine Anlagenleistung von rd. 16 MWp errichtet werden. Die Anlage wird rund 11 Prozent der Wiesenflächen des Flughafens benötigen. Bei der Planung ist auf die besonderen sicherheitsrelevanten, technischen und naturschutzrechtlichen Anforderungen des Flughafens Bedacht zu nehmen. Grundsätzlich erforderliche Gutachten liegen bereits vor bzw. sind in Ausarbeitung.  Dies beinhaltet beispielsweise die Thematik der Blendungswirkung einer PV-Anlage auf den Flugverkehr und Anrainer:innen, die radartechnische Beurteilung von Störwirkungen auf das Flugradar, sowie die naturschutzrechtlichen Aspekte. Zur Erhöhung des Autarkiegrades soll zudem ein Batteriespeichersystem  eingebunden werden. Im Rahmen einer optionalen 2. Ausbaustufe ist eine Anlagenerweiterung um rund 9 MW berücksichtigt.

Mit Stand März 2025 kann mit diesem ersten Umsetzungspaket rund ein Drittel des prognostizierten Gesamtstrombedarfs des Haus Graz von rund 79 GWh/a abgedeckt werden (26,5 MW). Zudem ergeben sich mit dem ersten Ausbaupaket Einsparungen von ca. 5.700 Tonnen CO2 -Emissionen. Dies entspricht einer Reduktion der CO2-Emissionen des Hauses Graz von 12 Prozent.

Neben der Bearbeitung des Umsetzungspakets 2024 – 2026 werden mit dem Ziel, weitere Ausbaupakete für die Jahre nach 2026 im Rahmen des PV-Masterplans Haus Graz fixieren zu können, weiterhin Flächen und Standorte evaluiert. Das festgelegte Ziel bis 2030 ist eine geplante, erzeugte Strommenge durch PV-Anlagen von rund 30 GWh/a. Damit könnte letztendlich mehr als ein Drittel des Gesamtstrombedarfs des Haus Graz abgedeckt werden.

Unterhalb sehen Sie Fotos der bereits bestehenden PV-Anlagen am Graz Airport (Bild links) und bei der Volksschule Mariagrün!

Ein Gebäude mit einer großen Photovoltaikanlage und einem Parkplatz davor.
© Airport Graz
Solarpanele auf einem begrünten Dach.
© GBG

Die ein­zel­nen An­la­gen im Ü­ber­blick:

Das erste Umsetzungspaket 2024-2026 des PV-Masterplans für das Haus Graz befindet sich bereits in Arbeit. Es beinhaltet rund 50 Dachflächen, 2 Freiflächenanlagen und die Großanlage am Airport Graz.

Fertiggestellte Anlagen (Stand Mai 2026): 

2024:

  • Dachfläche, Werkstätten Körblergasse (Stadt Graz): 20 kWp 
  • Dachfläche, Flughafen Photovoltaik, Parkhausdeck (Flughafen Graz): 446 kWp

2025: 

  • Dachfläche, Holding Graz Stadtraum, Flugdächer Abstellinfrastruktur (Holding Graz): 91 kWp 
  • Dachfläche, Volksschule Mariagrün, Schönbrunngasse (Abteilung für Bildung und Integration der Stadt Graz): 67 kWp 
  • Dachfläche, Kinderkrippe Prochaskagasse (Stadt Graz): 32 kWp 
  • Dachfläche, Volksschule Engelsdorf, Liebenauer Hauptstraße (Abteilung für Bildung und Integration der Stadt Graz): 25 kWp 
  • Dachfläche, Jugendzentrum Leuzenhofgasse (Stadt Graz): 20 kWp 
  • Dachfläche, Holding Graz Stadtraum, Stützpunkt Martinhofstraße (Holding Graz): 19 kWp 
  • Dachfläche, Holding Graz Stadtraum, Straßenerhaltung SÜD/Puchstraße (Holding Graz): 14 kWp 
  • Dachfläche, Bootshaus Murfelder Straße (Stadt Graz): 9 kWp 
  • Dachfläche, ruder club Graz, Murfelder Straße (Stadt Graz): 7 kWp 
  • Dachfläche, Familien.Kompetenz.Zentrum,  Grabenstraße (Stadt Graz): 7 kWp 
  • Dachfläche, Jugendzentrum Grünanger, Theyergasse (Stadt Graz): 4 kWp 
  • Dachfläche, Volksschule Reininghaus, Am Steinfeld (Abteilung für Bildung und Integration der Stadt Graz): 82 kWp 
  • Dachfläche, Mittelschule Puntigam, Gradnerstraße (Abteilung für Bildung und Integration der Stadt Graz): 30 kWp 
  • Dachfläche, Kinderkrippe Schönbrunngasse (Stadt Graz): 29 kWp 
  • Dachfläche, Wohnhaus des Sozialamtes für Frauen, Hüttenbrennergasse (Stadt Graz): 25 kWp 
  • Dachfläche, Jugendzentrum Starhemberggasse (Stadt Graz): 24 kWp 
  • Dachfläche, Kindermuseum „FRida & freD“, Friedrichgasse (Stadt Graz): 9 kWp 
  • Dachfläche, Sportcenter Pichlergasse (Younion/GBG): 413 kWp 
  • Dachfläche, Feuerwache Ost Dietrichsteinplatz (Stadt Graz): 35 kWp 
  • Dachfläche, Tagesklinik, Albert-Schweitzer-Gasse (Geriatrische Gesundheitszentren der Stadt Graz): 34 kWp 
  • Dachfläche, Logistikzentrum, Albert-Schweitzer-Gasse/Dreihackengasse (Geriatrische Gesundheitszentren der Stadt Graz): 20 kWp 
  • Dachfläche, Kindergarten Grasbergerstraße (Stadt Graz): 18 kWp 

 

2026:

  • Dachfläche, Büro Abfallwirtschaft Holding Graz, Sturzgasse (Holding Graz): 29 kWp 
  • Dachfläche, Waschbetriebe, Lagergasse (Holding Graz): 24 kWp 
  • Dachfläche, Jugendzentrum Aribonenstraße (Stadt Graz): 13 kWp 
  • Freifläche, Abfallwirtschaft Holding Graz, Maggstraße 35 (Holding Graz): 473 kWp 
  • Dachfläche, Kläranlage der Stadt Graz/Bestandsgebäude (Holding Graz): 213 kWp 
  • Dachfläche, Magazin Wasserwirtschaft Holding Graz, Wasserwerkgasse (Holding Graz): 144 kWp 
  • Dachfläche, Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft Holding Graz und Wasserlabor, Wasserwerkgasse (Holding Graz): 127 kWp 
  • Dachfläche, Wohnhaus Wasserwirtschaft Holding Graz, Wasserwerkgasse (Holding Graz): 18 kWp 

  

Anlagen in Ausführung und Planung (Stand Mai 2026): 

  • Dachfläche, Abfallwirtschaft Holding Graz, Neufeldweg (Holding Graz): 420 kWp 
  • Dachfläche, Hochbehälter Rosenberg, Wasserwirtschaft Holding Graz (Holding Graz): 155 kWp 
  • Dachfläche, Materiallager Holding Graz, Auer-Welsbach-Gasse (Holding Graz): 110 kWp 
  • Dachfläche, Pflegewohnheim Peter Rosegger, Maria-Pachleitner-Straße (Geriatrische Gesundheitszentren der Stadt Graz): 88 kWp 
  • Dachfläche, Hochbehälter Ferdinandshöhe, Wasserwirtschaft Holding Graz (Holding Graz): 37 kWp 
  • Dachfläche, Hochbehälter Ragnitz, Wasserwirtschaft Holding Graz (Holding Graz): 34 kWp 
  • Dachfläche, Hochbehälter Spielberg, Wasserwirtschaft Holding Graz (Holding Graz): 33 kWp 
  • Dachfläche, Volksschule Murfeld, Wilhelm-Rösche-Gasse (Abteilung für Bildung und Integration der Stadt Graz): 32 kWp 
  • Dachfläche, Volksschule Karl Morre, Karl-Morre-Straße (Abteilung für Bildung und Integration der Stadt Graz): 17 kWp 
  • Freifläche, Flughafen Photovoltaik-Freifläche, Ausbaustufe 1 (Flughafen Graz): 16.000 kWp 
  • Dachfläche, Straßenbahnbetriebshof Steyrergasse Süd, Graz Linien (Holding Graz): 1.155 kWp 
  • Weitere 2 Anlagen auf Gebäuden der Holding Graz: 80 kWp 
  • Weitere 8 Anlagen der Stadt Graz: 329 kWp 

Graz Air­port tankt noch mehr Sonne

Der Graz Airport hat 2024 seine PV-Flächen weiter ausgebaut. Nach der PV auf dem Feuerwehrdach (60 kWp) im Frühling 2023, ist im Dezember 2024 die Anlage auf dem Parkhausdach ans Netz gegangen, mit der pro Jahr rund 500.000 kWh Strom (in etwa der Strombedarf von rund 200 2-Personen-Haushalten) erzeugt werden.

Bei der Planung der Anlage haben sich die Verantwortlichen nicht nur mit der Frage der Stromerzeugung, sondern auch mit der Verwendung des erzeugten Stroms befasst.

Die PV-Anlage wurde daher in Folge in die neue, im Frühling 2025 fertiggestellte, unterirdische Bodenstromanlage integriert. Mit dem vom Flughafen selbst produzierten Strom werden somit teilweise auch „geparkte“ Flugzeuge an sechs Flugzeugabstellpositionen direkt gespeist. Durch diese neue Bodenstromversorgung werden pro Jahr ca. 24.000 Liter fossiler Treibstoff weniger verbraucht, was einer CO2-Einsparung von ca. 79 Tonnen gleichzusetzen ist.

Für den Graz Airport weitere wichtige Schritte in Richtung CO2-Neutralität.

Solaranlage, Flughafen Graz im Hintergrund, Kontrollturm mit Werbung.
© Graz Airport

Fra­gen und Ant­wor­ten:

  • Die wichtigste Maßnahme für eine nachhaltige, lebenswerte, saubere Energiezukunft im Haus Graz ist die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen zur Eigenstromerzeugung. Mit der Erstellung des „Photovoltaik Masterplans Haus Graz“ wurden mit einstimmigem Beschluss im Gemeinderat am 15. Februar 2024 die Voraussetzungen zur großflächigen Umsetzung von städtischen Photovoltaik-Anlagen geschaffen. Bis 2030 soll mehr als ein Drittel des Gesamtstrombedarfs des Haus Graz abgedeckt werden.

    • Größte und wichtigste Maßnahme im Klimaschutzplan des Haus Graz mit dem größten CO2-Einsparungspotenzial und gleichzeitig höchstem positiven Saldo – 14 Prozent der CO2-Emissionen des Haus Graz können damit reduziert und gleichzeitig Kosten eingespart werden
    • Errichtung von PV-Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer und lokaler Energie zur Eigenversorgung
    • Daseinsvorsorge: Preisstabilität und Stärkung der Unabhängigkeit bei volatilem Strommarkt
    • Stärkung des regionalen Arbeitsmarktes durch Planung und Installation vor Ort
    • Eigenerzeugung von mehr als einem Drittel (30 MW) des Strombedarfs des Haus Graz bis 2030
    • Umsetzung von 50 PV-Anlagen in der ersten Phase (2024 – 2026)
  • Neben der primären Zielsetzung, PV-Anlagen auf Dächern zu realisieren, sind zur erfolgreichen Realisierung der Klimaziele auch Freiflächen und große PV-Aufdach-Anlagen notwendig. Hierfür wurden Freiflächen der Wasserwirtschaft, Freiflächen am Flughafen Graz, sowie Objekte der Stadt Graz und Holding Graz geprüft und berücksichtigt. Konkret sind für das Umsetzungspaket 2024 bis 2026, mit Stand März 2025, 47 Aufdach- und 2 Freiflächenanlagen und die Freifläche am Flughafen Graz geplant. Unter den Dachflächenanlagen befinden sich etwa das Parkhausdeck am Flughafen Graz, die Dachflächen der Messe u.v.m.

  • Im ersten Umsetzungspaket von 2024 bis 2026 werden Gesamtinvestitionskosten von 34 Millionen Euro veranschlagt.

  • Ja, es wurden bereits erste Dach-PV-Anlagen auf Schulen, Kindergärten und am Parkhaus des Flughafens errichtet.