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Spei­cher­ka­nal Ma­ria­trost ist fer­tig­ge­stellt

© Holding Graz

Rund 630 Meter lang, bis zu zehn Meter unter der Erde und mit einem Innendurchmesser von zwei Metern: Der Speicherkanal Mariatrost ist fertiggestellt. Rund 9,3 Millionen Euro wurden in das Projekt investiert, das künftig bei Starkregen für zusätzliche Rückhaltemöglichkeiten sorgt und die Grazer Gewässer entlastet.

Mit der Fertigstellung des Speicherkanals ist ein technisch anspruchsvolles Infrastrukturprojekt in Mariatrost abgeschlossen. Die unterirdische Anlage verläuft entlang der Hilmteichstraße und schafft zusätzlichen Stauraum für Mischwasser. Bei starken Niederschlägen kann Wasser zunächst zurückgehalten und anschließend kontrolliert zur Kläranlage weitergeleitet werden. Dadurch wird das bestehende System hydraulisch entlastet und die Zahl der erforderlichen Entlastungen in den Mariatrosterbach reduziert.

Unterirdisch gebaut, Oberfläche weitgehend freigehalten

Die Arbeiten starteten im November 2025. Eine besondere Herausforderung war die beengte Situation im Bereich der Hilmteichstraße sowie die geplante Straßenbahntrasse. Deshalb wurde der Speicherkanal weitgehend unterirdisch errichtet.

Zum Einsatz kam dabei erstmals in dieser Form in Graz das Microtunneling-Verfahren. Von einer rund zehn Meter tiefen Startgrube aus wurden die Stahlbetonrohre präzise unterirdisch eingebaut. Die Startgrube selbst war rund sechs Meter breit und zwölf Meter lang.

Die gewählte Bauweise ermöglichte es, die Oberfläche weitgehend freizuhalten und die Arbeiten mit dem Ausbau der Straßenbahnlinie 1 zu koordinieren. Nach Abschluss der Kanalbauarbeiten konnte das Baufeld für den weiteren Straßenbahnausbau übergeben werden.

Entlastung für Kanal und Gewässer

Im Bereich Mariatrost treffen mehrere Anforderungen der modernen Wasserwirtschaft aufeinander. Das bestehende Mischwassersystem muss sowohl Schmutzwasser als auch Niederschlagswasser aufnehmen. Bei außergewöhnlich starken Regenfällen können die vorhandenen Kapazitäten jedoch überschritten werden.

Der neue Speicherkanal schafft hier zusätzlichen Spielraum. Drei besonders relevante Mischwasserentlastungen im Projektgebiet wurden in die hydraulische Sanierung einbezogen. Das zurückgehaltene Wasser kann nach dem Regenereignis kontrolliert weitertransportiert und in der Kläranlage behandelt werden.

Damit leistet das Projekt nicht nur einen Beitrag zur Entlastung des Kanalnetzes, sondern auch zum Schutz des Mariatrosterbachs und zur Weiterentwicklung der Grazer Wasserwirtschaft.

Präzision auf engstem Raum

Die technische Umsetzung erforderte eine genaue Abstimmung mit der bestehenden Infrastruktur und den parallel laufenden Arbeiten an der Straßenbahnlinie 1. Der Speicherkanal liegt je nach Abschnitt fünf bis zehn Meter unter dem künftigen Trassenbereich.

Auch während der Bauphase wurde darauf geachtet, die Auswirkungen auf das Umfeld möglichst gering zu halten. Maßnahmen zum Boden- und Gewässerschutz, zur Reduktion von Lärm und Emissionen sowie eine laufende Information der Anrainer:innen begleiteten die Arbeiten.

Automatisiert in die Zukunft

Nach seiner Fertigstellung wird der Speicherkanal automatisiert betrieben und über moderne Sensorik überwacht. Die Anlage ist in das zentrale Kanalleitsystem eingebunden und kann damit entsprechend der jeweiligen Situation gesteuert werden.

In dieses Infrastrukturprojekt wurden rund 9,3 Millionen Euro investiert. Damit verfügt Graz über zusätzliche Kapazitäten in einem zentralen Bereich seiner Wasserinfrastruktur. Der Speicherkanal Mariatrost verbindet dabei mehrere Ziele: mehr Rückhaltemöglichkeiten bei Starkregen, eine geringere Belastung der Gewässer und eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Grazer Kanalnetzes.

Zahlen & Fakten zum Speicherkanal Mariatrost

  • rund 9,3 Millionen Euro Investitionsvolumen
  • rund 630 Meter Speicherkanal
  • 2 Meter Innendurchmesser
  • 5 bis 10 Meter Tiefe
  • November 2025: Beginn der Bauarbeiten
  • April 2026: Abschluss der Bohrarbeiten
  • rund 650 Meter gebohrte Kanalstrecke
  • Errichtung mittels Microtunneling
  • drei besonders relevante Mischwasserentlastungen werden im Zuge des Projekts hydraulisch verbessert
  • zusätzliche Drossel-, Überlauf- und Schachtbauwerke sowie Anschlüsse an das bestehende Kanalnetz

Statements:

Vizebürgermeisterin Judith Schwentner:

„Mit dem Speicherkanal Mariatrost investieren wir gezielt in die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Gerade Starkregenereignisse stellen unsere Infrastruktur zunehmend vor Herausforderungen. Der neue Speicherkanal schafft zusätzliche Kapazitäten, entlastet den Mariatrosterbach und schützt unsere Gewässer. Gleichzeitig zeigt dieses Projekt, wie moderne Stadtentwicklung funktioniert: technisch innovativ, ressourcenschonend umgesetzt und abgestimmt mit dem Ausbau der Straßenbahninfrastruktur.“

Beteiligungsstadtrat Manfred Eber:

„Der neue Speicherkanal wird die die Situation bei Starkregenereignissen nachhaltig verbessern und den Mariatrosterbach spürbar entlasten. Davon profitieren die Menschen in Mariatrost ebenso wie Natur und Umwelt. Investitionen in die öffentliche Infrastruktur sind entscheidend für die Lebensqualität in unserer Stadt. Mein Dank gilt allen, die an der Planung und Umsetzung dieses Projekts beteiligt sind.“

Holding-Graz- Vorstandsdirektorin Alice Loidl:

„Mit der Inbetriebnahme des Speicherkanals Mariatrost wird ein zukunftsweisendes Infrastrukturprojekt erfolgreich abgeschlossen. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte dieses technisch anspruchsvolle Bauvorhaben termingerecht umgesetzt werden. Der neue Speicherkanal stärkt die Leistungsfähigkeit unserer Wasserwirtschaft und leistet einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Infrastruktur in Graz.“