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Ener­ge­ti­sche Klär­schlamm­ver­wer­tung (EKV)

Das Projekt Energetische Klärschlammverwertung Gössendorf (EKV) unterstützt die lokale Kreislaufwirtschaft und die Nutzung regionaler Ressourcen.

Grafik der künftigen Anlage zur Energetischen Klärschlammverwertung
© Energie Graz

Das Projekt:

Die Fernwärmeversorgung im Großraum Graz wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Stadt Graz, Land Steiermark, Holding Graz, Energie Graz sowie Energie Steiermark bündeln seit Jahren ihre Kräfte, um den Ausbau voranzutreiben.

Trotz dieser Anstrengungen und Erfolge ist Erdgas aktuell ein wesentlicher Primärenergieträger für die Fernwärmeversorgung im Großraum Graz. Neben der Versorgungs- und Entsorgungssicherheit gewinnt die Realisierung alternativer Projekte zur Verringerung der Erdgasabhängigkeit an Bedeutung. Teile der Strategie stellen die Projekte „Energetische Klärschlammverwertungsanlage in Gössendorf“ (EKV) und „Energiewerk Graz“ (EWG) dar.

In der ersten Phase wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, in der zweiten Phase wurden Vorbereitungen für die Umweltverträglichkeitsprüfung der EKV getroffen, die 2023 startete und bei der umwelt- und anrainerrelevante Aspekte geprüft wurden. Seit dem 7. Juli 2026 liegt ein positiver UVP-Bescheid vor. Ein Baubeschluss wird für Ende 2026 erwartet, das Projekt kann von 2027 bis 2029 umgesetzt werden.

Für die Energetische Klärschlammverwertung (EKV) ergab die Untersuchung das Gelände der städtischen Kläranlage in Gössendorf als bestgeeigneten Standort.

 

Folder Energetische Klärschlammverwertung (Stand: Oktober 2026)

Folder EKV Stand 2026

Gra­zer Fern­wär­me­ver­sor­gung be­nö­tigt EWG und EKV

Die Hauptaspekte der Projekte: Warum die Grazer Fernwärmeversorgung die EKV und das EWG und benötigt;

  • Aktuell hohe Gasabhängigkeiten
  • Rund 60% der Grazer Haushalte werden mit Fernwärme versorgt – Tendenz: weiter steigend
  • Förderfähigkeit des Fernwärmeausbaus ist von Effizienzsteigerung in der Fernwärmeerzeugung abhängig
  • Ohne Errichtung des EWG können die angestrebten Ziele nur eingeschränkt erreicht werden
  • Insgesamt werden EWG und EKV knapp 20% der Fernwärme für Graz mit lokalen Reststoffen/Klärschlämmen erzeugen.

Die Energetische Klärschlammverwertung (EKV):

Die EKV Gössendorf trägt langfristig zur Deckung des Verwertungs- und Energiebedarfs im Großraum Graz bei. Für die Fernwärmeerzeugung gibt es aktuell noch einen hohen Bedarf an Erdgas. Bei der Reinigung der Grazer Abwässer entsteht Klärschlamm, der in der Kläranlage Gössendorf schon jetzt aufbereitet wird.

Ab 2029 nutzen wir den Klärschlamm energetisch und liefern Fernwärme aus der energetischen Nutzung von Klärschlamm für den Großraum Graz. Damit reduzieren wir Gasimporte und senken die Klärschlammverwertungskosten.

Alle umwelt- und anrainer:innenrelevanten Aspekte werden im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung geprüft.

Zahlen, Daten und Fakten zur Energetischen Klärschlammverwertung (EKV):

Sinnvolle Energieversorgung:

  • Wir erzeugen 56 GWh Fernwärme aus der energetischen Nutzung von Klärschlamm pro Jahr, womit 7.000 Wohnungen versorgt werden können. Damit reduzieren wir Erdgas in der Fernwärmeerzeugung.

Sichere Verwertung:

  • Regionaler Klärschlamm wird vor Ort energetisch verwertet. Damit wird eine langfristige Verwertung von Klärschlamm im Großraum Graz ermöglicht.

Stabile Preise und Sicherheit:

  • Wir werden unabhängiger von internationalen Energie- und Verwertungsmärkten. Das kann die Abhängigkeit von internationalen Energie- und Verwertungsmärkten reduzieren.

Investition in die Zukunft:

  • Durch die energetische Verwertung des lokalen Klärschlamms tragen wir dazu bei, Klärschlammverwertungskosten und Gasimporte einzusparen. Der Einsatz von Großwärmepumpen zur Rückgewinnung von Wärme aus dem Ablauf der Kläranlage trägt zusätzlich zur Fernwärmeaufbringung bei. Zum Einsatz kommen technische Lösungen nach geltenden Standards und gesetzlichen Vorgaben.

Verkehrsentlastung:

  • Wir sparen mit der EKV Gössendorf jährlich 1.000 LKW-Fahrten ein. Dies führt zu einer Verkehrsentlastung in Gössendorf und im Süden von Graz. Dadurch wird das Verkehrsaufkommen reduziert.

Video: Alle Infos auf einen Blick

Alle Informationen zur Energetischen Klärschlammverwertung (EKV) haben wir für Sie auch in einem Video auf YouTube zusammengefasst. Unterhalb finden Sie den Link zu unserem Video!

Fra­gen und Ant­wor­ten

  • Das Projekt EKV Gössendorf ist ein Infrastrukturprojekt für die Klärschlammverwertung und die Energieversorgung im Großraum Graz. Kommunen prüfen zunehmend Möglichkeiten, Verwertungs- und Versorgungsstrukturen im eigenen Einflussbereich zu entwickeln. Solche Modelle gewinnen an Bedeutung und können regionale Verwertungs- und Versorgungslösungen ergänzen.
  • Der größte aktuelle Treiber des Projekts ist die langfristige Energieversorgung sowie die Verringerung der Erdgasabhängigkeit für den Großraum Graz. Ziel ist die Bereitstellung zusätzlicher Wärmemengen für die Fernwärmeversorgung. Das Projekt EKV Gössendorf trägt zur Verwertungs- und Energieversorgung im Großraum Graz bei.

  • Im Vorfeld zur Entwurfs- und Genehmigungsplanung wurde eine fundierte Machbarkeitsstudie für das Projekt erstellt und 2022 der Öffentlichkeit präsentiert. Abgeleitet aus dieser Studie wurde empfohlen eine vertiefende Detailplanungsphase, in welcher auch die genehmigungsrelevanten Aspekte geprüft werden, weiter zu verfolgen. Diese Planungs- und Detailkonzeptionierungsarbeiten sowie die Ausarbeitung der Umweltverträglichkeitsprüfung für das Projekt EKV Gössendorf werden in der Energie Graz umgesetzt. Im Sommer 2024 wird das Projekt bei der zuständigen Behörde eingereicht.

  • Die Machbarkeitsstudie beinhaltet auch eine Abschätzung der erforderlichen Investitionsmittel. Für die EKV werden rd. 70 Mio. EUR in die Infrastruktur investiert. Diese Investitionsmittel werden sich durch sich ergebende Einsparungen gegenüber dem Status quo amortisieren.

  • Die Finanzierung der Errichtung und des Betriebs der EKV Gössendorf ist durch risikoreduzierendes Insourcing gesichert. Bisherige Zahlungen an Dritte (Erdgasimporte, Zukauf von Verwertungsdienstleistungen für Klärschlamm) fallen weg, wodurch die Investition und der Betrieb finanziert werden. Es wird zu Einsparungen im Vergleich zum aktuellen Status kommen.

  • Bei positiver Absolvierung der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und einer folgenden positiven Baubeschlussfassung ist eine Inbetriebnahme der Anlage im Jahr 2029 möglich.

  • Klärschlamm entsteht bei der Reinigung der Grazer Abwässer über das stadteigene Kanal- und Kläranlagensystem. Dieser Klärschlamm wird in Gössendorf aufbereitet und gesammelt und vor Ort energetisch in der EKV genutzt. Diese energetische Nutzung vor Ort (Monoverbrennung) ermöglicht zusätzlich zukünftig auch die vom Gesetzgeber geforderte Phosphorrückgewinnung. Die Anlagengröße der EKV Gössendorf ist auf die Bedeckung des langfristigen lokalen Verwertungs- und Energiebedarfs ausgerichtet. In der EKV Gössendorf werden zukünftig pro Jahr 9000 Tonnen Trockensubstanz Klärschlamm verwertet.

  • In der Machbarkeitsstudie wurden in den Jahren 2020 bis 2022 mehrere Standorte geprüft. Die Eignung als Industriestandort, die Logistik der Klärschlämme und die Einbindung in das Fernwärmesystem des Großraums Graz waren dabei wesentliche Kriterien. Zusätzlich wurde explizit berücksichtigt, welche Standorte ein Maximum an Verkehrsberuhigung im Vergleich zum Status quo sicherstellen würden. Für die EKV weist die Machbarkeitsstudie den Standort Gössendorf, direkt am Areal der stadteigenen Kläranlage, als bestgeeignetsten Errichtungsort aus.

  • Bei der EKV kommt die Stationäre Wirbelschicht Monoverbrennung als Verbrennungstechnik zum Einsatz. Durch den Einsatz dieser Technik werden schon jetzt die Voraussetzungen für eine zukünftige Phosphorrückgewinnung erfüllt.

    Zur Abwärmenutzung werden Wärmepumpen eingesetzt. Zusätzlich wird Abwärme aus den BHKWs der Kläranlage für die Fernwärmeerzeugung genützt.

  • Insgesamt können mit der EKV rd. 56 GWh Fernwärme p.a. erzeugt werden. Dies entspricht, basierend auf einem aktuellen Wärmebedarf für den Großraum Graz, einer Wärmemenge im Ausmaß von rd. 4 % des Gesamtbedarfs und deckt demnach den Bedarf von rd. 7.000 privaten Haushalten.

  • In der EKV wird durch die Kombination aus Klärschlammmonoverbrennung mit einem hocheffizienten Wärmepumpensystem für die Rauchgaskondensation eine möglichst hohe Gesamtenergieausbeute ermöglicht. Zusätzlich wird die Restwärme des gereinigten Abwassers aus der Kläranlage durch Wärmepumpen nutzbar gemacht. In Verbindung mit der Abwärme der BHKWs der Kläranlage kann der Wärmeoutput der Anlage gesteigert und die Verbrennung von Erdgas zur Wärmeproduktion weiter reduziert werden.

  • Das historisch gewachsene Abwasserwirtschaftssystem in Graz ist aktuell hinsichtlich der Verwertung von Klärschlamm auf Kapazitätsangebote Dritter, sowohl im In- als auch Ausland, angewiesen. Das heißt, dass der Klärschlamm zu externen Verwertungsanlagen im In- und Ausland über weite Strecken transportiert werden muss. Die Verwertung vor Ort reduziert LKW-Fahrten und macht uns unabhängig von Dritten. Damit ist die EKV ein wichtiger Baustein für die lokale Kreislaufwirtschaft.

  • Nein. Die EKV basiert auf lokalwirtschaftlichen Prinzipien, um eine regionale Kreislaufwirtschaft sicherzustellen. Klärschlammimporte würden dem widersprechen.

  • Die EKV ermöglicht die energetische Nutzung von Klärschlamm für die Fernwärmeversorgung im Großraum Graz. Darüber hinaus kann Klärschlamm künftig direkt am Standort Gössendorf verwertet werden. Bei Projektumsetzung entfallen Transporte zu externen Verwertungsanlagen, wodurch sich die Zahl der erforderlichen LKW-Fahrten reduziert.

  • Die Arbeitsgruppe „Wärme 2030/2040“, bestehend aus Energie Steiermark, Holding Graz, Vertretern der Stadt Graz und der Energie Graz haben in den letzten knapp 10 Jahren detaillierte Analysen angestellt, wie die Fernwärmeaufbringung für den Großraum Graz künftig ausgerichtet werden kann. Das Projekt Energiewerk Graz ist für die Zielerreichung in der geplanten Zeitschiene und in Hinblick auf die Versorgungssicherheit sowie Leistbarkeit der Energieversorgung nicht durch andere Technologien ersetzbar und demnach für die angestrebte alternative Energiegewinnung für der Grazer Fernwärme unerlässlich. Viele alternative Ansätze wurden geprüft, welche jedoch keine vergleichbare Effizienz aufweisen, um das Projekt EKV sinnvoll ersetzen zu können.

    Die Verwertung des Klärschlamms am Anfallsort bietet den zusätzlichen Vorteil der Vermeidung von Transporten.

  • Die Verbesserung der Luftqualität hat im Großraum Graz eine ganz besondere Bedeutung. Die möglichen Auswirkungen der EKV Gössendorf auf die lufthygienische Situation wurde daher bereits in der Machbarkeitsstudie für den vorgeschlagenen Standort von renommierten externen Expert:innen untersucht. Die Ausbreitungsrechnungen haben gezeigt, dass für den Standort Gössendorf die durch die EKV generierten Immissionen als irrelevant zu bezeichnen sind bzw. die Grenzwerte damit strikt eingehalten werden. Es kommt zu keiner Verschlechterung der Luftqualität.

  • Nein. Es kommt sogar zu einer Verkehrsentlastung.

    Lokale Klärschlämme können vor Ort verwertet werden und müssen nicht mehr weite Wege zu den Verwertungsanlagen im In- und Ausland zurücklegen. Dadurch können rd. 1.000 LKW-Fahrten p.a. eingespart werden.

  • Seitens der Energie Graz wird ein proaktiver Bürger:innen-Dialog geführt. Transparenz und Kommunikation werden unverändert der Maßstab und der Anspruch für die weitere Projektumsetzung sein. Fragen, Anregungen, aber auch kritische Stimmen, werden ernst genommen und sachlich gelöst und beantwortet. Hierzu stehen unterschiedliche Kommunikationsmittel zur Verfügung: persönlich, per Mail, Social-Media, Videokonferenz.

  • Die EKV wird nach dem modernsten Stand der Technik errichtet. Mögliche beim Betrieb der Anlage entstehende Emissionen werden durch Primär- oder Sekundärmaßnahmen weitestgehend minimiert und führen daher zu keinen relevanten Belastungen für die Anrainer:innen. Durch die geänderten Transportwege verändert sich das Verkehrsaufkommen gegenüber dem Status quo.

    Schall- und Staubemissionen werden durch vollständige Einhausung sämtlicher Anlagenkomponenten vermieden.

    Geruchsemissionen werden durch Absaugung der Luft aus den Lagerbereichen und Nutzung als Verbrennungsluft vermieden.

    Insbesondere im Rahmen der UVP für die Genehmigung der EKV werden sämtliche Aspekte objektiv und detailliert geprüft werden und die Anrainer:innen entsprechende rechtliche Positionen im Verfahren erhalten. Ungeachtet der rechtlichen Rahmenbedingungen ist es unser Anspruch, die Fragen, Anregungen und Befürchtungen oder Ängste der Anrainer:innen im Rahmen eines proaktiven Bürger:innen-Dialogs stets transparent und auf Augenhöhe frühzeitig und gemeinsam zu beantworten und zu lösen.

  • Die energetische Klärschlammverwertung ist Stand der Technik in Österreich und in ganz Europa sowie darüber hinaus. Da noch immer große Anteile von Klärschlamm auf landwirtschaftliche Felder ausgebracht werden, wird die thermische Verwertung weiter ausgebaut. In Deutschland sind bereits mehr als 20 Anlagen in Betrieb.

  • Der Platzbedarf der EKV samt der erforderlichen Infrastruktur beträgt etwa 6.000 m². Die ausgewählte Grundstücksfläche am Areal der Kläranlage Gössendorf war schon bisher für die Nutzung im Rahmen des Kläranlagenbetriebs reserviert. Für die Nutzung dieser 6.000 m² werden entsprechende Ausgleichsflächen am Gelände des Wasserschutzgebietes Weinzödl im Norden von Graz geschaffen, um auch für die Pflanzen- und Tierwelt durch die Projektrealisierung keine Einschränkungen oder Reduzierungen zu realisieren.

Projektpartner

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Kontakt und Infos (Energie Graz):

Kontaktieren Sie uns gerne unter:
0316 80 57 18 99
(Dienstag bis Donnerstag, 9 bis 15 Uhr)

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