Vier vollelektrische Busse für die Graz Linien

Mit der Inbetriebnahme von vier vollelektrischen Bussen – zwei Solobussen und zwei Gelenkbussen des Typs eCitaro – setzt die Stadt Graz einen weiteren Meilenstein in Richtung Ausbau der E-Mobilität. Die ab November sukzessive im Liniennetz der Graz Linien eingesetzten Fahrzeuge ersetzen einerseits zwei alte Fahrzeuge der Graz Linien (Solobusse ersetzen zwei Dieselbusse) und ergänzen andererseits die Busflotte um zwei hochmoderne Gelenkbusse, so dass der Fuhrpark von derzeit 172 Bussen auf 174 Busse anwächst.
Eingesetzt werden die E-Busse im Fahrgastbetrieb sukzessive ab Montag, 16. November, wo sie vor allem in der Frühspitze unterschiedlichste Linien verstärken. Ab Jänner werden die vollelektrischen Busse dann auf der Linie 67 unterwegs sein, die künftig eine neue Linienführung aufweist, um die Bewohner:innen des Stadtentwicklungsprojekts „Jakomini Verde“ mit fast 600 Wohneinheiten anzubinden.
Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur und der FFG- „EBIN“ gefördert. Dabei werden 80 % der Busmehrkosten im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen und 40 % der Infrastrukturkosten gefördert.
Hochmoderne Elektrobusse für den Stadtverkehr
Die vier Busse sind mit modernen NMC3-Batterien ausgestattet, die speziell für Langstreckenanwendungen entwickelt wurden. Die Solobusse verfügen über 5 Batteriemodule mit einer Gesamtkapazität von 490 kWh, die Gelenkbusse über 6 Module mit 588 kWh. Eine Vorkonditionierung im Busdepot ermöglicht einen direkten beheizten oder gekühlten Einsatz der Fahrzeuge. Um die Elektrobusse laden zu können, wurde die erforderliche Infrastruktur im Buscenter errichtet.
Darüber hinaus setzen die neuen eCitaros in Sachen Sicherheit im Straßenverkehr neue Maßstäbe: Neue kamera- sowie radarsensorenunterstützte Assistenzsysteme wie u.a. beidseitig verbaute Abbiege-Assistenten, Brems- sowie Kollisionswarnassistenten gewährleisten neben den Verkehrszeichen- und Aufmerksamkeitsassistenten größtmögliche Sicherheit. Das Acoustic Vehicle Alerting System (AVAS) erzeugt zudem bei niedrigen Geschwindigkeiten ein Signal, um Passanten auf die leisen fahrenden Elektrobusse aufmerksam zu machen.
Erfolgreicher Projektabschluss bei move2zero und Hy-Bus Implementation
Mit den oben genannten Projekten haben die Graz Linien verschiedene Technologien unterschiedlicher Hersteller getestet. Das von der Grazer Energieagentur konzipierte und koordinierte und von der Holding Graz geleitete Forschungsprojekt wurde im Rahmen des Programms „Zero Emission Mobility“ vom Klima- und Energiefonds gefördert und gemeinsam mit 11 weiteren Partnern aus Forschung und Industrie umgesetzt.
Mit dem Einsatz eines batterieelektrischen und eines wasserstoffbetriebenen Busses im Echtbetrieb in Graz konnten Daten auf unterschiedlichen Linien mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen gesammelt werden. Ein eigens entwickeltes Optimierungsmodell ermittelte mithilfe mathematischer Optimierung den optimalen Technologiemix für den Betrieb dieser Busse.
Es wurden Eco-Design-Kriterien entwickelt, sodass Busse und Infrastruktur über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg bestimmte Umweltkriterien berücksichtigen.
Die Projektergebnisse sind in einem „Leitfaden zur Dekarbonisierung von Busflotten“ zusammengefasst und sollen nun andere Städte und Verkehrsbetriebe unterstützen, komplexe Umstellungsprozesse effizient zu planen und umzusetzen. Mit move2zero entsteht eine wissenschaftlich fundierte Basis für eine moderne Mobilität.
Bürgermeisterin Elke Kahr: „Der E-Antrieb bringt im Dauerleistungsbereich des Stadtverkehrs die besten Ergebnisse. Es ist sinnvoll, den von Graz seit Jahren eingeschlagenen Pfad mit breitem Austesten verschiedener Systeme im Regelbetrieb fortzuführen, mit Blickrichtung auf eine moderne Busflotte.“
Vizebürgermeistern Judith Schwentner: „Mit den neuen E-Bussen machen wir den nächsten großen Schritt in Richtung moderner Stadtverkehr. Jede Fahrt ist ein Gewinn für unsere Stadt.“
Finanz- und Beteiligungsstadtrat Manfred Eber: „Mit den neuen E-Bussen machen wir nicht nur einen weiteren großen Schritt in Richtung moderner Mobilität, sondern auch der Komfort für die Fahrgäste in den Bussen der Holding Graz wird weiter steigen. Mein Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Holding Graz, durch deren Einsatz in den letzten Jahren im öffentlichen Verkehr in Graz enorm viel weitergegangen ist. Danke!“