Energiewerk Graz: Positiver UVP-Bescheid da!

Mit dem durch das Land Steiermark ausgestellten positiven UVP-Bescheid hat das Energiewerk Graz eine wichtige Hürde genommen.
Nun beginnen die nächsten Schritte: Es folgen über den Sommer bis in den Herbst noch intensive Projektprüfungen durch das Kontrollamt der Stadt Graz (ehemaliger Stadtrechnungshof). Bis Jahresende 2026 soll der volltransparente Baubeschluss im Gemeinderat der Stadt Graz sowie in den Gremien von Holding Graz und Energie Steiermark gefasst werden, um nach weiteren drei Jahren Bauzeit ab 2030 die Anlage der Energie Graz in Betrieb nehmen zu können.
Das Projekt ist ein wesentlicher Baustein des verbindlichen Dekarbonisierungsplans für die Grazer Fernwärme. Ziel des Projekts ist es, die regionale Energieversorgung langfristig abzusichern und die Abhängigkeit von volatilen Energieimporten (Erdgas) deutlich zu reduzieren. Damit leistet das Energiewerk einen wichtigen Beitrag zu Versorgungssicherheit, Entsorgungssicherheit, Preisstabilität und Klimaschutz – heute und für kommende Generationen.
Transparenter UVP-Prozess
Bereits im Mai 2025 wurden sämtliche genehmigungsrelevanten Projektunterlagen zur öffentlichen Einsichtnahme aufgelegt. Im Dezember 2025 folgte die öffentliche Auflage des Umweltverträglichkeitsgutachtens zur Vorbereitung der mündlichen Verhandlung. Ein transparenter Projektmanagementansatz sowie eine proaktive Kommunikation und Dialogführung mit den Stakeholdern haben die Projektentwicklung in den vergangenen vier Jahren maßgeblich unterstützt.
Bei der mündlichen UVP-Verhandlung am 20. und 21. Jänner 2026 präsentierte der Projektwerber, die Energie Graz, das Energiewerk Graz umfassend. Vorgestellt wurden der Projektzweck, die wesentlichen technischen und betrieblichen Eckpunkte sowie die geplanten Maßnahmen zur Minimierung von Umweltwirkungen.
Die Verhandlung diente der transparenten Prüfung aller relevanten Umweltaspekte und bot Anrainer:innen, Gemeinden und anderen Stakeholdern die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Stellungnahmen abzugeben und Einwendungen vorzubringen.
Mit dieser mündlichen Verhandlung wurde ein zentraler Schritt im Genehmigungsverfahren abgeschlossen, der Transparenz, Beteiligung und umfassende Sachverhaltsklärung gewährleistet. Sie bildet damit eine wichtige Grundlage für den abschließenden UVP-Bescheid.
Umweltverträglichkeit und regionale Kreislaufwirtschaft
Die Umweltverträglichkeit ist seit Projektbeginn im Jahr 2020 ein zentrales Planungsprinzip. Rund 200 interne und externe Expert:innen arbeiten an dem Projekt, das konsequent auf regionale Kreislaufwirtschaft ausgerichtet ist. Verwertet werden ausschließlich nicht recyclingfähige Reststoffe aus Graz und Umgebung; entsprechende Vorverträge mit regionalen Abfallverbänden liegen bereits vor. Wichtig ist, dass keine zusätzlichen Abfallmengen nach Graz transportiert werden. Schon seit Jahrzehnten werden am Standort Sturzgasse der Holding Graz bis zu rund 110.000 Tonnen pro Jahr an Reststoffen gesammelt, auch von umliegenden Gemeinden. Gemeindeübergreifende Kooperationen waren schon immer eine wichtige strategische Ausrichtung in der kommunalen Abfallwirtschaft, und durch das Energiewerk Graz wird die gemeindeübergreifende Kooperation in der Steiermark noch weiter forciert.
Durch die direkte Anbindung an die benachbarte Abfallbehandlungsanlage der Holding Graz entfallen jährlich rund 9.000 LKW-Fahrten bzw. etwa eine Million Transportkilometer, wodurch Verkehr, Lärm und Emissionen deutlich reduziert werden.
Zentrale Vorteile des Energiewerks Graz
Gerade vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Unsicherheiten unterstreicht das Projekt die Notwendigkeit einer resilienten, regional verankerten Energie- und Entsorgungsinfrastruktur.
Beste verfügbare Technik
Die eingesetzten Technologien – Rostfeuerung mit Kraft-Wärme-Kopplung, moderne Abgasreinigungssysteme sowie Wärmepumpensysteme – entsprechen der besten verfügbaren Technik. Damit sind ein effizienter Ganzjahresbetrieb sowie die strikte Einhaltung bzw. Unterschreitung aller gesetzlichen Grenzwerte langfristig gewährleistet.
Fazit: Das Energiewerk Graz erfüllt nicht nur die notwendigen Umweltverträglichkeitskriterien, sondern stärkt auch die Energie- und Entsorgungssouveränität der Steiermark nachhaltig.
Key Facts auf einen Blick:
Vizebürgermeisterin Judith Schwenter: „Mit dem positiven UVP-Bescheid sind wir einen großen Schritt weiter. Das Energiewerk stärkt unsere regionale Energieversorgung und sorgt gleichzeitig für langfristige Sicherheit in der Abfallwirtschaft. Was in Graz anfällt, soll künftig auch in Graz sinnvoll verwertet werden: Statt von internationalen Märkten abhängig zu sein, setzen wir auf regionale Wertschöpfung und stabile, leistbare Energiepreise für die Grazerinnen und Grazer“.
Stadtrat Manfred Eber: „Mit dem Projekt stärken wir die Versorgungssicherheit und reduzieren die Abhängigkeit vom globalen Energiemarkt. Das Energiewerk Graz ist ein zentraler Baustein der Dekarbonisierungstrategie der Energie Graz und wird konsequent weiterverfolgt“.
Holding-Graz-CEO Gert Heigl und Holding-Graz-Vorständin Alice Loidl: „Der positive Bescheid ist das Ergebnis von vier Jahren intensiver Arbeit und einem absolut transparenten Dialog. Die hohe Qualität der Planung durch rund 200 Expertinnen und Experten hat sich in diesem umfassenden Prüfverfahren bestätigt. Mit dem positiven UVP-Bescheid haben wir das Fundament für einen Schritt in Richtung krisenfester und klimafreundlicher Energie-Zukunft in Graz gelegt“.