40 Jahre Advent in der Grazer Innenstadt

Der Advent in Graz ist heute aus unserer Stadt nicht mehr wegzudenken. Was vor 40 Jahren mit der Idee begann, den Weihnachtsmarkt vom Volksgarten in die Grazer Innenstadt zu bringen, hat sich zu einem der bedeutendsten Veranstaltungs- und Tourismusformate der Stadt entwickelt.
Ein Blick zurück ins Jahr 1986: Im Radio liefen „Jeanny“ und der „Märchenprinz“, im Kino „Crocodile Dundee“, Graz hatte im Februar gerade den Jahrhundertschneefall hinter sich gebracht und im Dezember wurde mit dem ersten Christkindlmarkt am Franziskanerplatz der Grundstein für die heutige Adventstadt gelegt.
1995 – Der Startschuss für den „Advent der Regionen“: Weihnachtsgeschenke wurden noch in Schilling bezahlt und mit 80 neuen Design-Adventständen, einer neuen Weihnachtsbeleuchtung samt den berühmten wandernden Sternen in der Herrengasse und einem völlig neuen Marktkonzept beginnt die Erfolgsgeschichte des heutigen Grazer Advents. Es wurden über 13 Mio. Schilling investiert und erstmals verband ein Adventpfad acht Grazer Plätze vom Eisernen Tor bis zum Mariahilferplatz (Eisernes Tor – Tummelplatz – Glockenspielplatz – Mehlplatz – Hauptplatz – Franziskanerplatz – Südtiroler Platz – Mariahilfer Platz). Auch der Adventkalender am Rathaus war bereits Teil des Programms.
1996: Der Grazer Advent bekam eine Attraktion, die bis heute zu seinen bekanntesten Wahrzeichen zählt: Der Eiskünstler Gert J. Hödl schuf erstmals die Eiskrippe im Landhaushof, die heuer ihr 30-jähriges Jubiläum feiert.
Touristisch war der Dezember damals noch einer der schwächsten Monate des Jahres. Mit rund 27.000 Nächtigungen bewegte er sich auf einem ähnlichen Niveau wie Jänner und Februar. Heute verzeichnet Graz im Dezember bis rund 110.000 Nächtigungen und liegt damit deutlich über den anderen Wintermonaten, die mittlerweile jeweils rund 65.000 Nächtigungen erreichen.
Was mit einem Weihnachtsmarkt begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem innenstadtweiten Adventerlebnis. Heute verbinden 15 unterschiedliche Adventmärkte die historischen Plätze der Innenstadt. Gemeinsam mit Weihnachtsbeleuchtung, Eiskrippe, Musik, Kunsthandwerk und zahlreichen Angeboten für Familien schaffen sie eine einzigartige vorweihnachtliche Atmosphäre. Der Advent ist heute nicht nur touristischer Anziehungspunkt, sondern auch ein wichtiger Treffpunkt für die Grazer:innen und für Gäste aus dem Umland. Mit der Eröffnung der Koralmbahn Ende 2025 ist Graz zudem für Besucher:innen aus Kärnten noch näher gerückt.
In diesen vier Jahrzehnten hat sich auch die Grazer Innenstadt stark verändert – und mit ihr der Advent. Aus einzelnen Weihnachtsmärkten ist ein zusammenhängender Erlebnisraum entstanden, der nicht nur für vorweihnachtliche Stimmung sorgt, sondern auch wesentlich zur Belebung der Innenstadt, zur Stärkung von Handel und Gastronomie und zur touristischen Attraktivität der Stadt beiträgt. Diese Erfolgsgeschichte wollen wir fortsetzen. Die Herausforderungen sind heute allerdings andere als vor 40 Jahren. Deutlich höhere Anforderungen an Organisation und Sicherheit von Veranstaltungen sowie nicht zuletzt eine angespannte Budgetsituation und steigende Kosten erfordern weiterhin eine sorgfältige Planung und einen verantwortungsvollen Einsatz der verfügbaren Mittel.
Advent in Graz als bedeutender Wirtschaftsfaktor
2025 erzielten Markt- und Standbetreiber einen Gesamtumsatz von rund 5 Millionen Euro, ein Plus von 2 % gegenüber dem Vorjahr. Davon entfielen rund 4,34 Millionen Euro auf die Verkäufe der Standbetreiber, insbesondere auf Gastronomie (2,39 Mio. Euro) sowie Handel und Kunsthandwerk (1,31 Mio. Euro).
Die allgemeinen Sparmaßnahmen gehen auch am Advent in Graz nicht spurlos vorbei. Wir haben das gesamte Programm genau geprüft, einzelne Maßnahmen reduziert, Schwerpunkte gesetzt und Angebote sinnvoll gebündelt. Erhalten bleibt, was den Grazer Advent ausmacht: die weihnachtliche Atmosphäre in der Innenstadt, ein vielfältiges Programm für alle Generationen, unsere traditionellen Highlights und die hohe Aufenthaltsqualität. Besonders erfreulich ist, dass sich Graz Tourismus und der Tourismusverband Region Graz heuer stärker an der Finanzierung beteiligen. Das zeigt: Der Advent ist eine gemeinsame Aufgabe, von der die Grazer Bevölkerung, die Wirtschaft und der Tourismus profitieren.
Was in diesem Jahr nicht umgesetzt werden kann, sind die Klangspuren im Advent. Die Auftrittsslots im Landhaushof bleiben jedoch reserviert. Chöre und Musikgruppen sind herzlich eingeladen, dort für besinnliche Momente zu sorgen – die Slots sind buchbar unter: www.holding-graz.at/advent.
Sicherheit als Grundlage
Die Sicherheit von Besucher:innen, Beschäftigten und Marktbetreiber:innen hat oberste Priorität. 2026 wird der Advent in Graz erstmals seit Covid wieder als Großveranstaltung durchgeführt. Es wurde ein umfassendes Sicherheitskonzept erarbeitet. Die GPS wurde als städtischer Sicherheitsdienstleister mit der Erstellung und der operativen Umsetzung eines Sicherheitskonzeptes beauftragt. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsmanagement der Stadt Graz, den Behörden, der Polizei, den Einsatzorganisationen. Die Maßnahmen werden laufend abgestimmt und an die Anforderungen angepasst. Die Besucher:innen sollen den Advent in Graz unbeschwert genießen können. Dafür schaffen wir im Hintergrund die bestmöglichen organisatorischen und sicherheitsbezogenen Voraussetzungen.
15 Adventmärkte – 15 Erlebnisse
Die besondere Stärke des Grazer Advents ist seine dezentrale Struktur. Das Angebot reicht vom traditionellen Christkindlmarkt am Hauptplatz über die stimmungsvollen Märkte in den historischen Gassen bis zu modernen und familienorientierten Angeboten auf beiden Seiten der Mur. Dazu kommen Kunsthandwerk, Kulinarik, Musik und Angebote für Kinder. Jeder Standort hat seinen eigenen Charakter, gemeinsam ergeben sie den Advent in Graz.
Neu ist heuer: Der Markt „Gutes aus aller Welt“ übersiedelt vom Tummelplatz auf den Freiheitsplatz. Nicht mehr dabei ist der Markt im Lesliehof, da der Kunsthandwerksverein ihn mit den vorhandenen Ressourcen nicht mehr umsetzen kann.
Die Märkte 2026
Auszug aus dem Programm
Der Advent in Graz 2026 bietet zahlreiche Programmpunkte für Familien und Kinder. Dazu zählen unter anderem Kindersamstage und Kindersonntage mit Bastelangeboten, Spielen, Zaubershows und Kasperltheater. Ergänzt wird das Familienprogramm durch Kinderschminken, Nikolaus- und Krampusbesuche sowie abwechslungsreiche Kinderführungen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Mitmachen und gemeinsamen Erleben. Besucher:innen können bei Kreativ- und Handwerksangeboten wie Kerzenziehen mit Bienenwachs, Adventkranzbinden, Glasgravur-, Schokoladen- und Malworkshops selbst aktiv werden. Darüber hinaus laden das Christkind-Postamt, gemeinsames Weihnachtssingen, Handwerksvorführungen und zahlreiche interaktive Programmpunkte zum Mitmachen ein.
Wir bemühen uns jährlich darum, die Barrierefreiheit zu verbessern. In diesem Jahr gibt es Rückzugsorte für Menschen, die durch Lärm, Musik, Licht oder Menschenmengen besonders belastet werden. Erstmals gibt es auf den Grazer Adventmärkten eigene Ruheinseln. Hierhin können sich insbesondere Menschen im Autismus-Spektrum und Menschen in psychischen Belastungssituationen aus dem Trubel zurückzuziehen. In ruhiger Umgebung können sie Abstand gewinnen, sich erholen und wieder Kraft schöpfen. So wird der Advent in Graz für alle Menschen zugänglich und erlebbar.
Festlich beleuchtete Innenstadt als beliebter Anziehungspunkt
Einen wesentlichen Beitrag zur besonderen Atmosphäre leisten auch 2026 wieder die Weihnachtsbeleuchtung und die festliche Gestaltung der Innenstadt. Rund 760.000 LED-Lichtpunkte werden mehr als 70 Straßen, Gassen und Plätze vom 19. November 2026 bis einschließlich 6. Jänner 2027 in weihnachtlichem Glanz erstrahlen lassen. Dabei kommt energieeffiziente LED-Technologie zum Einsatz, die dafür sorgt, dass die Anschlussleistung seit dem Jahr 2007 um 75 Prozent reduziert werden konnte, obwohl sich die Lichtpunkte in diesem Zeitraum verdreifacht haben.
30 Jahre Eiskrippe
1996 schuf Eiskünstler Gert J. Hödl die erste Eiskrippe im Landhaushof. Im Jahr 2014 übernahm der Finne Kimo Frosti das Projekt. Heute zählt sie zu den bekanntesten und international beachteten Wahrzeichen des Grazer Advents.
Christbaum aus Semriach
Der Christbaum am Hauptplatz kommt heuer aus der Gemeinde Semriach. Die feierliche Illumination findet am 28. November statt. Die rund 60 Jahre alte, 26 Meter hohe Fichte wird heuer zum festlichen Blickfang am Grazer Hauptplatz. Für weihnachtlichen Glanz sorgt traditionell die Energie Graz, die den Baum mit tausenden Lichtern erstrahlen lässt und damit den Hauptplatz in einen stimmungsvollen Mittelpunkt des Advents verwandelt.
Rathausprojektion
Die Fassadenprojektion am Grazer Rathaus verbindet traditionelle Weihnachtsmotive mit moderner Lichtkunst. Bewegte digitale Elemente und großflächige Projektionen lassen die Rathausfassade in festlichem Glanz erstrahlen. Für die künstlerische und technische Umsetzung zeichnen sich OchoReSotto verantwortlich, die bereits seit über 15 Jahren das Grazer Rathaus mit eindrucksvollen Lichtinszenierungen bespielen.
Wald der Geschichten: ein Ort für Familien
Am Schlossbergplatz laden zahlreiche beleuchtete Weihnachtsbäume und ein Fotopoint als Schneekugel zum Zuhören, Staunen und Verweilen ein. Über QR-Codes lassen sich Märchen und Geschichten abrufen. Der Wald ist ein Ort für gemeinsame Zeit, ohne etwas kaufen zu müssen.
Mobil durch den Advent
Die historische Adventbim und der elektrische Adventbummelzug zeigen die weihnachtliche Innenstadt aus einer besonderen Perspektive.
>> Fahrzeiten Adventbim: 20.11. bis 24.12.2026
>> Fahrzeiten Bummelzug: 20.11. bis 24.12.2026
>> An den Adventsamstagen 5., 12. und 19. Dezember 2026 fahren alle Grazer Öffis gratis.
Advent in Graz als gemeinsames Projekt
Der Advent in Graz lebt vom Zusammenspiel vieler engagierter Partner:innen. Das Eventmanagement der Holding Graz führt die 15 Adventmärkte und das vielfältige Rahmenprogramm zu einem gemeinsamen Gesamterlebnis zusammen. Dazu gehören die konzeptionelle Weiterentwicklung, die Koordination der Marktbetreiber:innen, die Zusammenarbeit mit Tourismus, Wirtschaft, Kultur und Behörden sowie die Organisation und Koordination zentraler Programmhöhepunkte und Sicherheitsmaßnahmen. Ziel ist es, den besonderen Charakter des Grazer Advents zu bewahren und gleichzeitig neue Impulse zu setzen. So entsteht Jahr für Jahr ein attraktives Adventangebot, das Menschen zusammenbringt, die Innenstadt belebt und Graz weit über seine Grenzen hinaus als „Place to be“ positioniert.
Wirtschaftsstadtrat René Apfelknab:
„Der Advent in Graz ist weit mehr als eine Veranstaltungsreihe. Er stärkt die Wirtschaft, belebt unsere Innenstadt, sorgt für Wertschöpfung und schafft gleichzeitig einen Ort der Begegnung für Menschen aller Generationen. Gemeinsam mit unseren Partner:innen gelingt es Jahr für Jahr, ein attraktives und stimmungsvolles Angebot für Grazer:innen sowie zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland zu gestalten und damit einen wichtigen Impuls für Gastronomie, Hotellerie und Handel in Graz zu setzen.
Verena Hölzlsauer, Leitung Eventmanagement Holding Graz:
„Der Advent in Graz verbindet Tradition, Begegnung und wirtschaftliche Impulse auf besondere Weise. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den vielen engagierten Partner:innen ein hochwertiges Gesamterlebnis zu schaffen und die Innenstadt als lebendigen und sicheren Treffpunkt in der Vorweihnachtszeit zu stärken. Mein Dank gilt allen Marktbetreiber:innen, unseren Partner:innen aus Tourismus, Wirtschaft und Kultur, den zuständigen Dienststellen und allen Beteiligten, die dieses Programm möglich machen. Wir freuen uns darauf, ab 19. November die Grazer Innenstadt wieder zum Leuchten zu bringen.“
Alles zum Programm auf: www.holding-graz.at/advent