Vertragsunterzeichnung fixiert nächsten Schritt in die Zukunft

Pilotprojekt startet mit elektrifizierter Bus-Teststrecke und 4 E-Bussen China South Locomotive & Rolling Stock Corporation Limited (CRRC) und Chariot Motors liefern je 2 Busse. Für die Dauer eines Jahres sind diese Elektrobusse im Fahrgastbetrieb der Graz Linien: die Modelle der Firma Chariot Motors bis Frühling 2018, die Testphase der chinesischen Busse der Firma CRRC endet im Herbst 2018.


Holding Vorstände Mag. Barbara Muhr und DI Wolfgang Malik mit CRRC-Präsident Gu Yifeng (Mitte). Foto: Stadt Graz/Fischer

Als Meilenstein hinsichtlich des Umstiegs auf nicht-fossil angetriebene Busse bezeichnen alle Beteiligten unisono die Vertragsunterzeichnung zwischen der Holding Graz und der Hungary CRE New Energy Equipment Co. Kft., einer Tochterfirma der chinesischen China South Locomotive & Rolling Stock Corporation Limited (CRRC). Das Unternehmen hat sich - sowie auch die Firma Chariot Motors (Vertragsunterzeichnung Ende Februar) - in einer internationalen Ausschreibung gegen 15 andere Unternehmen durchgesetzt. „Die beiden Unternehmen stellen der Holding Graz im Zuge eines Pilotprojekts jeweils 2 Elektrobusse plus Ladeinfrastruktur für ein Jahr kostenlos zur Verfügung. Seitens der Holding Graz werden die Kosten für Stromanschlüsse, Strom sowie diverse Umbaumaßnahmen an den Haltestellen übernommen", konkretisieren die Holding Graz Vorstände Barbara Muhr und Wolfgang Malik das europaweite beachtete Projekt.

Mit dem am 25. Februar 2016 unterzeichneten Vertrag zwischen der Holding Graz und der Firma Chariot Motors setzt die Stadt Graz den nächsten Schritt hinsichtlich des Umstiegs auf nicht-fossil angetriebene Busse. „Wie die China South Locomotive & Rolling Stock Corporation Limited (CSR) stellt auch Chariot Motors der Holding Graz im Zuge eines Pilotprojekts zwei Elektrobusse plus Ladeinfrastruktur für ein Jahr kostenlos zur Verfügung. Seitens der Holding Graz werden die Kosten für Stromanschlüsse, Strom sowie diverse Umbaumaßnahmen an den Haltestellen übernommen", konkretisieren die Holding Graz Vorstände Barbara Muhr und Wolfgang Malik das europaweite beachtete Projekt.


Busse ab Herbst auf den Linien 34E und 50 unterwegs

Bei den Bussen der Firma CSR handelt es sich um zwei 18 Meter Gelenkbusse, die auf der Linie 34E (Jakominiplatz – Theyergasse) unterwegs sein werden. Auf der rund 5 Kilometer langen Strecke werden an der Endhaltestelle Theyergasse (Ladezeit: 3-4 Minuten) sowie an der Haltestelle Museum der Wahrnehmung (Ladezeit: 30 Sekunden) in Kooperation mit der Energie Graz Ladestationen errichtet werden. Der in Ningbo produzierte Bus wird bereits in 5 chinesischen Städten erfolgreich im ÖV eingesetzt. Der für über 5 Kilometer reichende Energievorrat ist groß genug, um den Elektrobus problemlos zu laden, während die Fahrgäste an der Haltestelle ein- und aussteigen.

Wichtigster Teil des chinesischen E-Busses sind Superkondensatoren mit einer Lebensdauer von über zwölf Jahren. Im Normalfall kann der Kondensator mehr als eine Million Mal aufgeladen werden. Zwei neue 12 Meter Busse der Firma Chariot Motors werden auf der Linie 50 unterwegs sein. Auf dieser Strecke werden an der Endhaltestelle Zentralfriedhof (Ladezeit: 3 4 Minuten) sowie an der Haltestelle Hohenstaufengasse (Ladezeit: 30 Sekunden) ebenso in Kooperation mit der Energie Graz Ladestationen errichtet werden. Neben den Vorteilen der Emissionsfreiheit dieser Busse ist auch deren geringere Lärmentwicklung hervorzuheben. Elektromotore sind nahezu geräuschfrei und auch im Stillstand gibt es keine „Leerlaufgeräusche". Lediglich Heizung und Klimaanlagen laufen bei Bedarf permanent.​

Bürgermeister Siegfried Nagl: „Graz ist eine smarte Stadt. Dazu gehört, dass wir uns auch im öffentlichen Verkehr nach Möglichkeiten umsehen, die praktisch und ökologisch sind. Mit Strom – vor allem aus Wasserkraft - unseren öffentlichen Verkehr, auch den Busverkehr, betreiben zu können wäre ein Meilenstein der urbanen Entwicklung. Ich hoffe, dass der Test zur Zufriedenheit verläuft und wir dann sukzessive unsere Busflotte umstellen können!"

Verkehrsstadt Mario Eustacchio ergänzt: „Bei der CO2 Einsparung, hat sich die Stadt Graz ja ambitionierte Ziele gesetzt. Mit diesem innovativen Pilotprojekt der Holding, leistet die Holding einen wichtigen Beitrag zur CO2 Reduktion".

Elektrofahrzeuge in der Holding Graz

Ende des Jahres 2015 waren knapp 100 Elektrofahrzeuge in Betrieb bzw. bestellt. Die innerbetrieblich vorgegebene Quote an E-Fahrzeugen wurde damit umgesetzt. 2015 wurden mit diesen Fahrzeugen 170.000 Kilometer zurückgelegt und es wurde eine CO2-Einsparung von umgerechnet mehr als 13.000 Kilogramm gegenüber herkömmlichen dieselbetriebenen Fahrzeugen erreicht. Zum weiteren Ausbau der Elektromobilität in Graz laufen Gespräche mit zahlreichen internationalen Anbietern, Projekte zur Integration von multimodaler Mobilität im urbanen Raum wie etwa die „Multimodalen Knoten" sind in der Finalisierungsphase. „Multimodale Knoten" sind Mobilitäts-Hotspots im Grazer Stadtgebiet. An diesen Hotspots können die Grazerinnen und Grazer durch die Verknüpfung des Öffentlichen Verkehrs wie z.b. mit Carsharing und E-Taxi Dienstleistungen sowie anderen Funktionen zukünftig ihre Mobilitätsbedürfnisse kombinieren und umfassend abdecken, ohne ein eigenes Auto besitzen zu müssen.

Mit rund 114 Millionen Fahrgästen haben die Fahrer und Fahrerinnen der Holding Graz Linien in den 90 Straßenbahnen und rund 170 Autobussen sowie der Schloßbergbahn im vergangenen Jahr so viele Passagiere wie nie zuvor befördert. Auf den Tag umgerechnet bedeutet das, dass das Unternehmen täglich einmal die ganze Stadt Graz befördert.

Zusätzlich zu den Straßenbahnen und Autobussen besteht der Fuhrpark der gesamten Holding Graz aus zusätzlichen 800 Kraftfahrzeugen unterschiedlicher Größenordnung. Der gesamte Treibstoffbedarf der Holding Graz inklusive Töchtern und Beteiligungen betrug im Jahr 2015 umgerechnet zirka 60 Millionen Kilowattstunden. Daraus resultierte ein CO2-Ausstoß von rund 10.000 Tonnen. Durch den verstärkten Einsatz von alternativen Treibstoffen wie Biodiesel, Erdgas (CNG) sowie Elektromobilität wurde gegenüber reinen Dieselfahrzeugen eine Einsparung an direkten CO2-Emissionen von knapp 6.000 Tonnen bzw. rund 50 Prozent erreicht.





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